Berufsschule – Meinen die das alle ernst?

Wie der ein oder andere vielleicht weiß: Ich befinde mich momentan im ersten Lehrjahr meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration.  Soweit ist auch alles ganz in Ordnung und ich bereue meinen Entschluss das Studieren an den Nagel zu hängen in keinster Weise.  Die Ausbildung ist spannend, vielfältig und sehr interessant. Ich arbeite selbstständig und werde voll in das Team eingebunden. Klingt ja bislang immer noch ganz gut. Wären da nicht die zwei Wochen zwischen den Vierwöchigen Arbeitsblöcken. Die zwei Wochen, in denen einem Sekunden wie Minuten und Minuten wie Stunden vorkommen. Die zwei Wochen, in denen ich mir nichts sehnlicher wünsche als endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen. Die Zwei Wochen, in denen ich mir denke: Meinen die das alle ernst? Die zwei Wochen in denen ich Berufsschule habe!

Ich habe im Vorfeld schon einiges über die Berufsschule gehört. Schon während der Schulzeit kamen die ersten Gerüchte über die Berufsschule auf. „Einfach“, „überhaupt nicht schwer“ etc. wurde gemunkelt. Von meinen Mitazubis in höheren Lehrjahren und Arbeitskollegen kamen dann dazu noch Aussagen wie „unnötig“, „die langweiligste Zeit der Welt“, „man lernt nichts“ und so weiter und so weiter dazu…

Ich wollte das aber alles gar nicht beachten, sondern mir selbst ein Bild machen. Ich dachte mir, wenn man da was lernen will, dann kann man das auch! Frohen Mutes und voller freudiger Erwartungen machte ich mich also Anfang August auf, um die ersten zwei Wochen Berufsschule in Angriff zu nehmen. Erfreulicherweise ist ein weiterer Azubi  unserer Firma mit mir in der selben Schulklasse. Nach dem Standardrepertoire einer Einschulung inklusive vieler langweiliger Reden wurden wir Klassen und Räumen zugeteilt. Und ab jetzt beginnt das Drama: in den Klassen haben wir Gruppentische mit je drei PCs. Man muss sich einen PC mit mindestens zwei Leuten teilen, teilweise auch mit dreien. Dazu kommt, dass die Tische rund sind, so dass man regelmäßig eine Nackenstarre bekommt wenn man zur Tafel blickt. Wir sollen mal Fachinformatiker werden. Ich finde, da sollte man schon einen PC pro Schüler haben. Anderen beim Programmieren zusehen bringt nämlich genau nichts!

Kommen wir mal zu den Lehrern. Kompetent ist was anderes! Jedenfalls bei den meisten. Man hat bei vielen Lehrern das Gefühl, sie sitzen nur ihre Zeit ab, haben keine Lust zu unterrichten und halten uns sowieso alle für extrem dumm. Und was macht ein Lehrer mit solch einer gewaltigen Motivation? Richtig, er lässt Referate halten. Tag ein, Tag aus! Ich habe in den ersten beiden Blöcken so viele Referate gehalten und gehört, wie in meiner ganzen Schulzeit. Wahlweise zu Referaten, lässt sich auch gut eine Stunde lang über Uri Geller reden, vier Stunden lang an Referaten arbeiten, die man schon seit zwei Wochen fertig hat und eh erst im März 2009 halten muss, oder zwei Stunden lang im LAN Poker spielen. (Während der Lehrer vorne von Winterjacken mit integrierten Festplatten im Jahre 2020 redet. Wir werden dann übrigens auch keine PCs mehr haben!)

Fairerweise muss man aber auch erwähnen, das es gute Lehrer gibt, wenn auch wenig.

Als wären die Lehrer nicht schon genug, muss man sich auch mit Mitschülern rumschlagen. Fangen wir mit dem ersten Drittel an. Das sind Leute, die ernsthaft ihre Ausbildung betreiben, in der Schule was lernen wollen und völlig in Ordnung sind. Bei den anderen beiden Dritteln frage ich mich allerdings wie sie durch das Vorstellungsgespräch in ihrer Firma gekommen sind. Haben die da jemand anderen hingeschickt?
Das sind so Leute der Kategorie: „Was könnte ich wohl später mal werden? Hey, da ich ja eh den ganzen Tag World of Warcraft spiele, könnte ich doch Fachinformatiker werden!“ (Das soll jetzt nichts gegen WoW oder seine Spieler gehen, aber ich denke man weiß was ich meine).

Solche Leute lassen dann Sprüche los wie: „Warum meckert Windows, dass meine IP nicht gültig ist?“ „Wie ist sie denn?“ „192.168.0.456!“ Oder: „Meine USB Festplatte ist jetzt viel schneller, hab da ne SATA Platte reingemacht, die kann 300Megabyte pro Sekunde!“ Schön für die SATA Festplatte, aber das interessiert die lahme USB-Verbindung nen Keks…

Und wenn dazu noch die Schulbücher kommen, ist alles aus. Das beste was ich dort gelesen habe war folgendes:
„Linux ist durch und durch ein 32Bit System, im Gegensatz zu Professionellen Betriebssystemen wie Microsoft Windows, welches auch in einer 64Bit Variante vorliegt.“

Ich denke ich muss dazu nichts weiter sagen. Auch der Rest des Buches liest sich, wie aus einem Microsoft Werbeflyer abgeschrieben. Zu der 32Bit Geschichte sei angemerkt, dass das Buch in der aktuellen Ausgabe von diesem Jahr vorliegt.

Wichtig zu erwähnen ist wohl noch die Tatsache, dass die hier beschriebenen Begebenheiten auf meine Berufsschule zutreffen und hoffentlich nicht auf alle Berufsschulen. Namen der Lehrer und der Schule habe ich absichtlich nicht erwähnt, um niemanden auf die Füße zu treten.

Bleibt also die Frage nach dem Warum. Sicherlich war und ist die Berufsschule auch für niedrigere Schulbildung ausgelegt. Doch da es nun einmal im Moment so aussieht, dass fast 80% der Auszubildenden in diesem Bereich Abitur haben. Darüber sollte man mal nachdenken und evtl. das Ganze ein wenig anpassen an die aktuelle Situation. Ich weiß natürlich auch nicht genau was der Lehrplan vorschreibt oder was im Lehrerzimmer vor sich geht, aber ich weiß, das ich so in der Berufsschule meine Zeit vertrödle.

Meinungen und Kommentare sind sehr erwünscht, wie sieht’s bei euch in den Berufsschulen aus? Ist evlt. ein Berufsschullehrer unter den Lesern?

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20 Kommentare zum Artikel

compr00t
16.11.2008 um 02:12

Schon ma was von extrem programming gehört? Ist die beste und schnellste methode zum programmieren… da arbeiten auch mehre an einem pc!

01

dude
16.11.2008 um 02:36

Hi,
ich mache auch gerade eine Ausbildung zum Fachinformatiker (1. Lehrjahr), und mich nervt die Berufsschule auch. Wenn man HTML mit Tabellendesign, Frames, und tag bei gebracht bekommt, fuelt man sich im Jahr 2008 schon leicht verarscht…
Aber das Beste ist, dass es unserem Lehrer mehr darum geht, dass wir im phase 5 editor die befehle zusammenklicken koennen, als zu wissen, wie HTML funktioniert…
Das level auf dem der Stoff in Engisch, Deutsch usw. aufbaut ist auch doof, bei uns meinte man, es sei “Hauptschulnivou”. Braucht man nicht mindestens Mittlere Reife, um die Ausbildung zu beginnen?

02

detru
16.11.2008 um 03:22

hey, das hört sich fast wie bei mir an…mit ein paar Unterschieden:

Bei uns hat jeder seinen PC
Unsere Lehrer haben keine Ahnung das es 2020 Jacken mit Festplatte gibt (will sagen: bis auf 1 Lehrer bei uns, kann da keiner was (bei unserem Programmierlehrer frag ich mich echt wie der sein Studium geschafft hat…er benutzt Apple (mehr muss man da nicht sagen, bei dem treffen alle Vorurteile zum Thema Apple zu (keine Ahnung von nicht-objekt orientierter Programmierung (objektorientiert kann jeder, dazu muss ich nich zur schule…mich würd das gegenteil interessieren -> kann er nich)))

nja…dann haben wir noch Wirtschaft und anderes Sinnloses zeugs…ka ob die Lehrerinn ahnung hat, da schalt ich ab…hab besseres zu tuen als Marketingstrategien zu lernen…z.b. teeworlds spielen und den schulserver umgehen…)

Und unserer bester Lehrer (der hat auch was drauf ;) ) ist der, der uns Netzwerktechnik usw. beibringt (sprich: das was Systemintegratoren lernen, bloß bei uns halt stark zusammengekürzt (leider)) der kerl weiß wovon er redet…echt ne ausnahmeerscheinung ;) der bringt einem auch was bei ;)

03

bullshit
16.11.2008 um 03:44

@kommentatoren
über das berufsschulniveau lässt sich nicht streiten, das habt ihr richtig erkannt. aber wenn ich nur programmieren und netzwerken wollt seit ihr dort richtig !!!
im informatikstudium habt ihr gar kein html, wenig coden, wenig netzwerk …, und heute auch kaum noch prozedurale oder funktionale programmiersprachen!
in der regel ist das heute alles selbststudium und ihr macht es allein.
für programmierer, admins und sonstige tastenklicker ist eine lehre optimal.

04

gibbon_
16.11.2008 um 10:38

Hi, ich mache meine Ausbildung zum FiSi im 3. Lehrjahr, habe auch ein Studium dafuer abgebrochen und bin mit der Arbeit sehr zufrieden. Was die Berufsschule angeht muss ich dir leider beipflichten. Unsere Lehrer sind zum Glueck einsichtig, lassen sich berichtigen und sagen “Wir haben leider nicht die zeit uns in den 4 IT-Faechern die zu unterrichten sind neben der Lehrerei durchweg auf dem neusten Stand zu halten” (was bei Lehrern die ihren Beruf ernst nehmen uebrigens stimmt). Man hilft sich und die 3 Kompetenzkloetze aus der Klasse schmeissen den Unterricht – so lernen auch noch alle was (Lehrer eingeschlossen).
Was die Klassenzusammenstellung angeht muss ich dir aber auch zustimmen. Von den 24 Leuten meiner Klasse – ich bin der einzige FiSi in einer IT-Systemelektroniker-Klasse – stehen 18 in den IT-Faechern durchschnittlich 4 oder schlechter, tun nichts dafuer das zu aendern und sagen “Wenn ich gross bin, werd ich Informatiker..” zumindest in Gedanken. Wenn das nur in Sachen Schulstoff so waere, waere das ja nicht schlimm, denn der Schulstoff ist eh meist veraltet, die Informationen unnoetig und die Zeit koennte besser in konkrete berufliche Weiterbildung investiert werden, aber dem ist nicht so. Wer nach 2 Jahren noch immer nicht verstanden hat, wie man IPs den entsprechenden Netzen zuordnet oder was der Unterschied zwischen seriellen und parallelen Datenuebertragungsstrecken ist, dem ist nur noch schwer etwas beizubringen. Also: Bitte bitte, liebe Menschen, die ihr eine IT-Ausbildung anstrebt, ueberlegt es euch. Wenn ihr den Beruf liebt, einem stetigen lernen nicht abgeneigt seid und euer leben Lang hinter dem Stand der Technik herlaufen wollt: Macht die Ausbildung. Wenn nicht: Werded Metzger, denn Schweine haben auch noch in 10 Jahren 4 Beine (hoffentlich).
Allen die es machen wollen sei gesagt: Lernt selbst, geht eurem Spieltrieb nach und bewahrt euch ein Stueck kindliche Neugier :) . Das hilft und macht Spass.

Danke fuer den Artikel und Gruss vom Halbaffen!

05

Quatschkopp
16.11.2008 um 12:14

Wie lautet den der Titel von diesen tollen, hervorragenden Lehrbuch? ;-)

06

juliux
16.11.2008 um 15:45

@Quatschkopp ganz groß ist da Vernetzte IT-Systeme

gruss

julius
Der weiß um welche Berufsschule es sich handelt da er die gleiche besucht.

07

mw88
16.11.2008 um 16:46

Ich teile euren Schmerz, ich Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung im zweiten Lehrjahr.

Zum Programmieren verwenden wir in der Schule Borland in der Version aus dem Jahr 2000! Diese IDE ist so schlecht, dass man noch nichtmal die Zeilennummern im Editor einschalten kann. Außerdem braucht diese IDE zum compilieren einer Hello-World Anwendung ca 1 Minute!

Und was den Unterricht angeht, wir haben da so einen Lehrer, bei dem könnte man meinen er kriegt einen Stromschlag wenn er länger als 2 Minuten bei einem Thema bleibt.

Er macht die Darstellung der Themen zwar immer ganz schön (zB. verschieden große Büchsen um TCP/IP zu veranschaulichen) aber leider zieht er das Thema nicht konsequent durch, sondern Spring eigenartigerweise immer zwischen Themen hin und her!

Man kapiert natürlich bei Anspruchvolleren Themen nichts mehr, deswegen bin ich mittlerweile so weit, dass ich ihn da vorne rumhampeln lasse und Zuhause bzw. im Zug mir das Verständnis selbst erarbeite, denn ansonsten hab ich nur Chaos im Kopf! ^^

08

Quatschkopp
16.11.2008 um 18:20

Na, so eine Schule ist dann Ideal zum Umstieg auf OpenSourceZeug

09

ComputerAlex
16.11.2008 um 18:35

Hallo,

ich bin im ersten Lehrjahr zum FiSi. Meine Berufsschule ist ein Neubau, ist erst 4 Jahre alt. Die Lehrer unterrichten sehr praxis orientiert, und mein Tabellenbuch geht auch in Ordnung (auch, wenn dort Linux immer noch mit Lilo gestartet wird). Meine Mitschüler haben gute Vorkenntnisse, aber ich habe durch den Einsatz von Linux zu Hause einen Vorsprung. Platzprobleme kenne ich nicht, wir sind eine Art “Überlaufklasse”, da wir nur 15 Leute sind und eigentlich nur zwei 10. Klassen dieses Jahr geplant waren, aber es zu viele Schüler gab. So wurde meine Klasse neu geschaffen.

lg,

computerAlex

Ps. Bevor jemand fragt, wie das Tabellenbuch heißt: “IT-Handbuch IT-Systemelektroniker / Fachinformatiker” von Westermann

10

pebcak
17.11.2008 um 11:05

Haha, ich kann da noch viel krassere Dinge erzaehlen… und viel Spass mit dem Westermann-Tabellenbuch, da gibts viele schlimme fachliche Fehler drin, die ihr nicht korrigieren duerft, sonst wird euch das Buch bei der Pruefung nicht zugelassen. Auch huebsch sind die Lehrbuecher vom Herdt-Verlag. Voll die Propagandaliteratur.

11

Nocturne
17.11.2008 um 11:47

Ich glaube das ist die generelle Situation bei der Ausbildung zum FI. Ich hab ne Ausbildung als FI-AE gemacht und das war zu 90% fürn Arsch. Ne Scheinausbildung … nur für den Schein!

Auch bei uns war die Schule der Hammer. Wir haben zu 100% mit den FI-SIs Unterricht gehabt. Die Lehrer im Fach Anwendungsentwicklung machten den Eindruck, dass sie versuchen uns das beizubringen, was sie am vorigen Abend in ner Abendschulung aufgenommen und offensichtlich nicht verstanden habe.

Aber ein Lehrer war unschlagbar. Mir ist noch nie untergekommen, dass ein Lehrer über seinen eigenen Stoff munter drauf los rät. Ich sage nur “USB 2.0 – das ist schneller weil das zwei Datenleitungen mehr, als 4 Leitungen hat”. Wir waren alle in Hardwaredingen nicht wirklich bewandert, aber der Fakt, dass damit USB, das ja seriell ist, auf einmal nicht mehr seriell wäre, hat uns dann schon was stutzig gemacht. Und das ging auch immer so weiter. Also viel Spaß noch bei der Ausbildung. Lass dir in der Schule nur nicht das Wissen aus dem Kopf saugen. Die Gefahr besteht ;)

12

bed
17.11.2008 um 12:12

Mein Gott!
Und ich dachte, mein Sohn wäre auf einer Ausnahme Berufsschule (Autokennzeichen BS) … scheint dagegen eher die Regel zu sein.

13

Murk
19.11.2008 um 11:13

Hi,

also ich muss sagen, als ich den Text und die Kommentare gelesen hab, hatte ich echtes Dejavu.

Ich habe meine FiSi Ausbildung 2004 abgeschloßen, und abgesehen davon, dass wir technisch super ausgestattet waren – wir hatten immer genug PCs, die auch noch zeitgemäß waren – kann ich das alles so unterschreiben. Die Lehrer waren einfach völlig unzulänglich ausgebildet. Es gab zwar welche, die sich sichtlich um guten Unterricht bemüht haben, aber insgesamt musste man leider schon im 1. Lehrjahr feststellen, dass man als engagierter Azubi mehr “drauf hatte”, als die Lehrer. Die schon erwähnten Bücher als Unterrichtsmaterialen gabs bei uns auch – war auch alles Mist aus dem man um gute Noten zu bekommen dann auch noch die Fehler zitieren musste, denn “wenn das in so einem Buch steht, dann ist es bestimmt wahr”… Und dennoch gab es wie oben schon so schön beschrieben immer noch Mitschüler, die am Ende der 3 Jahre immer noch keinen Plan hatten und trotzdem die Prüfung geschafft haben. Eigentlich schade, dass es hier seit 2004 keine Verbesserung gibt.

14

Simon
23.11.2008 um 01:14

Vielen Dank für den Klasse Artikel. Ich bin auch Fachinformatiker für Systemintegration, ebenfalls im ersten Lehrjahr. Mir wurde vorher auch schon von zig Leuten (aus meinem Betrieb etc.) gesagt, dass meine neue Schule, die Berufsschule eben, nicht so super sein sollte. Aber ich war mal zuversichtlich, und hab das einfach mal auf mich zukommen lassen.

Ums kurz zu machen: Wir haben eine relativ große Klasse (30 Schüler), von denen vielleicht 5-10 ganz gute Vorkentnisse haben, und auch schon was drauf haben. Von dem Rest kann man das nicht behaupten, und bei manchen frage ich mich, wie die auf die Idee gekommen sind, diesen Beruf zu wählen, und vorallem wo diese die letzten Jahre abgeblieben sind, und wie du schon sagst, wie die durch das Bewerbungsgespräch gekommen sind.

Die Lehrer sind meiner Meinung alles andere als Kompetent und der Stoff eben total veraltet, teilweise auch falsch. Beim Programmieren lernt man eher mit der IDE umzugehen und Code von der Tafel anzupinseln, als den Syntax von C++. Was da gelehrt wird ist eigentlich auch lächerlich, wenn man schon mal irgendwas in Richtung Programmieren gemacht hat.

Technisch finde ich die Schule eigentlich noch ganz okay. Gut, die PCs sind natürlich auch schon ein paar Jährchen alt. Aber meiner Meinung noch verkraftbar, habe da schon schlimmere Zustände in Schulen erlebt. Leider sind die Räume nicht für 30 Schüler ausgelegt – dementsprechend sind die Zimmer total überfüllt und ich sitze meistens neben dran und hoffe auf den baldigen Pausengong, während mein Banknachbar seine ersten Schritte in C++ versucht, aber letzendlich von dem ganzen Gerede des Lehrers von bis heute noch kein Wort kappiert hat.

Die Nebenfächer wie “Zusatzprogramm für Deutsch” und Wirtschaft kommen mir etwas vor, wie Nachhilfeprogramme für zurückgebliebene Hauptschüler. Aber gut, so sind sie eben, die Berufsschulen.

Aber gut zu wissen, dass andere dieses Leid mit mir teilen. Du hast mich jedenfalls inspiriert auch mal einen Post über meine Berufsschule zu schreiben… im Dezember ist es ja schon wieder so weit. :(

Gruß, Simon

15

Jan
24.11.2008 um 12:28

Hallo an Alle

Ich war nun längere Zeit nicht am Rechner, da unterwegs. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, naja, oder auch nicht… Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich auch andere Rückmeldungen, bzw. positive Erfahrungen als Antwort bekomme. Aber gedacht hatte ich es mir eigentlich schon so wie es nun eingetreten ist.

Schon erschreckend, dass ich nicht der einzige bin, und das es anscheinend an allen Schulen ähnlich aussieht. Mal sehen ob sich da in naher Zukunft was ändert. Wäre natürlich zu erwarten, sei es auch nur für alle nach uns kommenden.

Ich danke euch allen für eure teilweise ja sehr ausführlichen Erfahrungsberichte und wünsche euch noch eine angenehme Schulzeit ;)

Gruß, Jan

16

Schnabeltasse
26.11.2008 um 14:53

Ähh ihr habt Schulbücher? Das ist Luxus, wir hatten nicht mal das :(

Habe auch studiert und dann abgebrochen und eine Lehre als FAnwendungsentwickler gemacht. Wir hatten eine Mischklasse aus Entwicklern und Integratoren, d.h die mussten ein “bischen” C++ lernen und wir ein bischen was über Netzte. Aber eben nur ein bischen. Schlimm! Völlig vertane Zeit.

17

JSA
11.5.2009 um 12:54

Tja was soll ich sagen, mir geht es leider nicht anders. Ich muss dazu sagen, dass ich auch Fehler gemacht habe. Ich habe mich zum Beispiel nicht bemerkbar gemacht. Die Schule war bei mir auch zeitraubender Unsinn. Alte Computer, inkompetente Lehrer etc. (wie hier ja schon oft, gut beschrieben wurde :) )
Darüber hinaus habe ich das Glück gehabt, den ganzen Tag PC´s von Privatkunden zu reparieren. Schön, es war immer genug zu tun, brachte mich aber in meiner Ausbildung nicht wirklich weiter. Und jetzt kurz vo der Prüfung muss ich sagen, dass alles umsonst war. Mir ist leider viel zu spät klar geworden, dass ich mich hätte melden müssen.

Leider werden in diversen Foren, (in denen auch Lehrer vertreten sind) die Fehler der Lehrer und des Betriebs meist auf die Auszubildenen abgrollt. (Ja ihr hättet mal aktiv werden sollen…selbst alles beibringen…ihr hättet mit der IHK sprechen sollen. bla… ich kanns nicht mehr hören.) Das Problem wird nicht aus der Welt geschafft wenn man die Azubis für Fehler anderer verantwortlich macht. Denn was nie bedacht wird ist ganz einfach die Tatsache, dass einige Jugendliche sich zum Teil einschüchtern lassen leichtgläubig sind etc.. Man sagt nicht umsonst, dass man einen jungen Menschen formen kann. :)

Wenn erwachsene Menschen sehen, dass jemand überfordert ist, dann muss doch irgendwas passieren oder nicht?

Ich habe in meiner Ausbildung einen Absoluten Tunnelblick bekommen es gab für mich nurnoch eine Linie und das war Arbeiten und den Chef nicht verärgern. Klar es ist blöd und auch unlogisch denn es gibt Möglichkeiten aus solchen Situationen herauszukommen, aber irgendwann ist einfach schluss, da Siegt das Chaos und die Angst vor der Vernunft und dem logischen Denken.

Im nachhinein muss ich sagen: Ich bin zutiefst enttäuscht. Von mir, den Lehrern und meinem Betrieb.

Ich würde noch einige Zeilen brauchen, um euch meine Meinung und meine Erfahrungen die ich in den 3 Jahren gesammelt habe zu erleutern aber irgendwann muss schluss sein und deswegen wars das erstmal von meiner seite. :)

mfg

18

mafioso
12.5.2009 um 20:40

@Verfasser:
du hast eine ziemlich engstirnige Sicht der Dinge, wie eine Einbahnstraße.

1. Es gibt auch gute Lehrer (wie du ja richtig bemerkt hast). In der FOS hatte ich auch schlechte Lehrer, hat nichts mit Berufsschule zu tun, hat was mit dem Lehrermangel allgemein zu tun. Man nimmt jeden Lehrer.

2. Deswegen macht man ja auch eine AUSBILDUNG weil man eben davor nicht weiß das bytes von 0-255 gehen. Wenn man davor schon alles weiß wozu dann Ausbildung?

3. Schule fand ich wie Urlaub, nur dass man früh aufstehen musste.

4. Wenn ich kein Lapy hätte würd ichs dort auch langweilig finden, aber so kann ich mich anderen dingen zuwenden.

19

mafioso
12.5.2009 um 20:45

Aber größtenteils muss ich dir dennoch Recht geben. Alles zu veraltet, nicht Praxisnah und nicht Zukunftsorientiert. Deswegen suchen sich die Betriebe auch vorwiegend leute die studiert haben!

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