“WOW!” war wohl das erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich mein frisch installiertes Gentoo mit KDE 4.3 RC1 startete. “Das kann ja gar nicht sein!”, “Gott wie geil!” und ähnliche freudig-überraschte Gedanken flitzten in den weiteren Minuten im Sekundenabstand durch meinen Kopf. Doch warum diese überschwengliche Freude und große Überaschung? (Die wahrscheinlich auch nur von kompletten Geeks empfunden werden kann.)
Vor ein paar Tagen schrieb ich über meine bisherigen Erfahrungen mit KDE, insbesondere der vierten Version dieser Desktopumgebung. Das Ergebnis war, dass ich es jetzt wieder als Standarddesktop im Einsatz habe, wenn ich auch mit der Geschindigkeit nicht so ganz zufrieden war. Ehrlich gesagt war es ganz schön hart an der Grenze zur Benutzbarkeit, jedenfalls in meinen Augen.
Vor ein paar Jahren hatte ich auf meinem Desktopsystem Gentoo mit KDE 3.5 installiert. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Gentoo und Kubuntu war damals enorm. Dann hatte ich irgendwann nur noch einen Laptop auf dem Ubuntu bequemlicherweise ootb lief. Natürlich war auch damals der Drang nach Gentoo da, aber leider bekam ich partout den X-Server nicht zum Laufen. Ein Jahr und ein paar X-Server Versionen später und mit Hilfe des Gentoo Testing-Zweiges und nerv-resisten Freunden (Gruß an Gerrit an der Stelle!), bekam ich Gentoo auf meinem Laptop zum fliegen. Nunja, was soll ich sagen, ich habe keinerlei Probleme mit meiner Hardware und meine Gedanken zur Geschwindigkeit der Software, sind ja seit der Einleitung bekannt.
Und nein, ich übetreibe nicht! KDE 4 unter Gentoo ist auf meinem Laptop wesentlich schneller, flüssiger und reaktionsfreudiger als ein frisch installiertes Ubuntu mit Gnome, von KDE 4 unter Ubuntu mal ganz zu schweigen. Programme starten teilweise doppelt bis freimal so schnell im Vergleich zu Kubuntu. Um es kurz zu fassen: KDE 4 rockt! – unter Gentoo.
Sicher, Gentoo ist keine Anfängerdistribution und nichts für “mal eben nebenbei”. Ich habe nun fast eine Woche dran gesessen, bis ich alle Probleme beseitigt, die Hardware komplet lauffähig, alle benötigten Programme installiert und das System so eingerichtet war wie ich es gerne hätte. Aber dieser Aufwand lohnt sich und ich würde es jederzeit wieder tun!
Und so schaut s aus
P.S. Mein Laptop ist ein Lenovo 3000 N100 0768-BYG, wer dabei Hilfe für Gentoo braucht, einfach fragen!
10 Kommentare zum Artikel
peder
5.7.2009 um 17:18“Ich habe nun fast eine Woche dran gesessen, bis ich alle Probleme beseitigt, die Hardware komplet lauffähig, alle benötigten Programme installiert und das System so eingerichtet war wie ich es gerne hätte.”
Nein danke, dann bleibe ich lieber bei meinem “langsamen” GNOME
nexonic
5.7.2009 um 17:35Mit Archlinux auch
bas89
5.7.2009 um 19:34Ich wüsste gern, was Kubuntu da falsch macht. Mir geht diese zähe Oberfläche auch sehr auf die Nerven. Aber ein Gentoo zu nutzen geht mir zu weit, bei einem produktiven System. Man bekommt alles irgendwie zum laufen – aber es dauert und man kommt nicht zum Arbeiten, so meine Erfahrung(über zwei Monate) bei Arch Linux.
Murrayy
5.7.2009 um 19:45Obs ihrs glaubt oder nicht: Sogar Debian (sid) is unglaublich viel schneller als Kubuntu.
Obwohl da ja die Pakete herkommen.
Kubuntu bleibt für mich unbenutzbar.
Jan
5.7.2009 um 19:50@bas89 Das ist tatsächlich eine spannende Frage! Aufgrund der Tatsache, das es ja zum Beispiel unter Archlinux, wie bei @nexonic, auch schnell läuft, kann es kein Vorteil der Source-Distribution sein, denn Archlinux ist eine Binärdistribution. Bei Debian sid scheints ja laut @Murrayy auch fix zu sein.
Bei Kubuntu hatte ich auch das Problem, das die Festplatte wie blöd gearbeitet hat bei jeder Aktion. Ist unter Gentoo fast komplett weg.
Man sollte festhalten: Die Kubuntu-Entwickler sollten mal nen Blick zu den anderen Distris werfen. Kubuntu und Ubuntu sind für mich immer noch erstklassige Distris, aber mit KDE unter Kubuntu lässt sich einfach nicht arbeiten momentan!
auchnochwassagen
5.7.2009 um 23:30Kubuntu ist bei mir in den letzten Tagen auch durchgefallen. Schade, aber die scheinen da keinen Wert drauf zu legen, das System ordentlich zu integrieren.
Auf der Suche nach einer Alternative bin ich über Mandriva mit KDE gestolpert. Bei mir haben sich die gleichen Gedanken breit gemacht wie bei dir in den ersten Zeilen
Einfach nur geil!
Versuchs mal… Wenn man’s in der Virtualbox installiert, sind gleich die Gasterweiterungen mit dabei. Eine angenehme Überraschung.
xorg.conf
6.7.2009 um 01:14Hallo,
könntest du vll. deine xorg.conf oder so mal posten, ich konnte auf meinem ibm thinkpad t40 gnome um 50% beschleunigen, nur durch manuelles anpassen der xorg.conf. kubuntu mit kde4 ist bei mir auch unbenutzbar, kde3 läuft noch so einigermaßen schnell.
aber ich mein – wozu brauch ich auf nem laptop so eine aufwändige gui, ich benutze wenn möglich immernoch fluxbox bzw. openbox, die laufen wenigstens schnell.
jemand
Jan
6.7.2009 um 08:06@xorg.conf hier meine xorg.conf:
——————————–
Section “Device”
Identifier “Card0″
Option “AccelMethod” “UXA”
EndSection
——————————-
So, und dank X-Server 1.6 und HAL wars das auch schon
Steffen
6.7.2009 um 11:17Hallo, ich war auch von der Performance von KDE4 unter Ubuntu ziemlich enttäuscht. Da ich schon seit längerem einmal Arch Linux testen wollte habe ich es einfach mal installiert und bin ebenfalls von dieser KDE-Geschwindigkeit begeistert. Kubuntu/Ubuntu sind ja rundum gelungen, aber KDE ist damit ein graus. Wenn ich alles unter Arch nach meinen Vorstellungen zum laufen kriege, dann wechsle ich. Finde das Rolling Release wirklich sehr gut und man hat so ziemlich die neuesten Pakete auch wenn das Repo von Arch nicht so umfangreich ist wie unter Debian/Ubuntu!
Franzose
12.7.2009 um 23:41Der Tipp mit Mandriva ist auch ein Guter. Der Vorteil hier ist, dass man kein Gefrickel wie unter Arch und kein Kompilieren wie unter Gentoo hat
KDE ist unter Mandriva sehr schön integriert.
Trackbacks: